
Muss es erst richtig schwierig werden, bevor ein Paar sich Unterstützung holt? Für mich ist das eine wichtige Frage. Eine Beziehung kann liebevoll sein und trotzdem Raum für Gespräche brauchen: über unterschiedliche Bedürfnisse, Missverständnisse oder das, was im Alltag zwischen zwei Menschen verloren geht.
Anlass für diesen Gedanken ist ein GALA-YouTube-Short über Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee und ihre Erfahrung mit Paartherapie. Für diesen Beitrag greife ich auf ein nachvollziehbar belegtes Zitat aus einem veröffentlichten GALA-Bericht zurück.
Ruby O. Fee und Matthias Schweighöfer: früh an der Beziehung arbeiten
„Wir merkten schnell, dass wir lange zusammen bleiben wollen, und haben daher früh angefangen, daran zu arbeiten, um noch mehr zusammenzuwachsen.“
(Ruby O. Fee über ihre Beziehung mit Matthias Schweighöfer. Quelle: GALA, Bericht über ein gemeinsames Vogue-Interview. Das Zitat wurde anhand des GALA-Textes geprüft, nicht anhand des Tons des Shorts.)GALA, Bericht über ein gemeinsames Vogue-Interview. Das Zitat wurde anhand des GALA-Textes geprüft, nicht anhand des Tons des Shorts.
Mich spricht daran nicht die Prominenz der beiden an, sondern ihre beschriebene Haltung: Sie wollten zusammenbleiben und haben ihre Verbindung bewusst zum Thema gemacht. Ihre persönliche Erfahrung sagt nichts darüber aus, welche Unterstützung für ein anderes Paar richtig ist. Sie kann aber eine Frage öffnen: Dürfen wir uns mit unserer Beziehung beschäftigen, obwohl nicht alles schwierig ist?
Wann ist Paartherapie oder Paarberatung sinnvoll?
Es gibt keinen Zeitpunkt, der für alle Paare passt. Ein Anlass, über Unterstützung nachzudenken, kann sein, dass ihr dieselben Missverständnisse wiederholt, euch in wichtigen Gesprächen nicht erreicht oder eure Bedürfnisse nur schwer aussprechen könnt. Auch der gemeinsame Wunsch, einander besser zu verstehen, darf ein Anlass sein. Das bedeutet nicht automatisch, dass ihr Therapie braucht.
Welche Form von Begleitung passt, hängt von eurem Anliegen und eurer Situation ab. Paarberatung, Beziehungscoaching und Psychotherapie sind nicht dasselbe. Wenn psychische Erkrankungen, starke Belastungen oder die Frage nach einer Behandlung im Raum stehen, ist eine entsprechend qualifizierte therapeutische Anlaufstelle wichtig.
Die kleinen Momente zwischen Nähe und Distanz
Ein erfundenes Alltagsbeispiel: Eine Person kommt erschöpft nach Hause und braucht Ruhe. Die andere hat auf gemeinsame Zeit gehofft. Aus dem Wunsch nach Ruhe wird für sie das Gefühl, unwichtig zu sein. Aus dem Wunsch nach Nähe wird für die erste Person Druck. Beide reagieren aufeinander, ohne zu wissen, was die andere Person gerade braucht.
Mich interessiert in solchen Situationen nicht zuerst, wer recht hat. Sondern: Was passiert zwischen euch? Was versucht jeder zu schützen? Und was sollte der andere eigentlich verstehen? Genau hinzuschauen heißt für mich nicht, aus jeder Irritation ein Problem zu machen. Es heißt, eure Verbindung ernst zu nehmen.
Drei Fragen für ein ruhiges Gespräch
- In welchen Momenten fühle ich mich dir besonders nah, und was trägt dazu bei?
- Wenn ich mich zurückziehe oder ungeduldig werde: Was wünsche ich mir eigentlich von dir?
- Was möchte ich dir verständlicher sagen, ohne dich dafür verantwortlich zu machen?
Ihr müsst daraus keine Übung mit einem perfekten Ergebnis machen. Vielleicht reicht eine Frage. Hört zunächst zu, ohne die Antwort sofort zu korrigieren. Wenn das Gespräch zu aufgeladen wird, könnt ihr eine Pause vereinbaren. Diese Fragen sind ein Gesprächsimpuls, keine therapeutische Anleitung.
Mein Ansatz: Klarheit und Verbindung
Ich begleite Paare und Singles bei Beziehungsfragen in München und remote. Meine Arbeit orientiert sich an Erkenntnissen der Bindungsforschung und an dem Wunsch, miteinander statt gegeneinander zu sprechen. Beziehungscoaching ist dabei keine Psychotherapie. Ich stelle keine Diagnosen und biete keine Behandlung psychischer Erkrankungen an. Wenn Therapie besser zu eurem Anliegen passt, sage ich es ehrlich.
„Nicht erst reden, wenn wir uns kaum noch erreichen. Sondern auch dann, wenn wir einander nah sind.“
(Dirk Kartes. Mein eigener Gedanke zum Anlass, kein Zitat aus dem Interview.)
Wenn du meinen Ansatz kennenlernen möchtest: Auf der Startseite bekommst du ein Gefühl dafür. Mehr über mich und Themen, die viele bewegen, findest du auf den entsprechenden Seiten.
Dieser Beitrag ist eine unabhängige redaktionelle Einordnung. Es besteht keine Zusammenarbeit mit Matthias Schweighöfer, Ruby O. Fee, GALA oder Vogue. Ihre Erwähnung ist keine Empfehlung meines Angebots. Die veröffentlichte Erfahrung der beiden wird nicht als Nachweis für die Wirkung von Coaching verwendet.
